Die beliebtesten Autos der 50er Jahre

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Nach dem zweiten Weltkrieg und mit dem Wirtschaftswunder bringt das Automobil in den 50er Jahren ein neues Freiheitsgefühl nach Deutschland zurück, auch wenn ein eigenes Auto für viele nur erstmal nur ein Traum bleibt.

Vor allem der Volkswagen wird bei den Deutschen sehr beliebt. Neben dem 1949 vorgestellten VW T1 „Bulli“, der noch zu einer Legende werden sollte, sind vor allem VW Käfer aufgrund des relativ günstigen Preises und der besonderen Alltagstauglichkeit sehr beliebt. 100.000 Stück werden im Jahr 1950 von Volkswagen produziert. Das Modell war so beliebt, dass man es auch bald schon als Cabriolet auf den Markt brachte. Neben dem Käfer produzierte VW den Karmann Ghia, dessen Technik weitestgehend mit der des Käfers identisch war. Der Unterschied lag hier in der Karosserie, die schnittiger war und einen länglichen Kofferraum aufwies.

Doch auch Porsche war sehr beliebt. Das Modell 356 A, der Nachfolger des Ur-Porsche 356, wurde bis 1959 gebaut und war häufig auf deutschen Straßen anzutreffen.

Die Sportwagen kamen aus den Hallen von Mercedes. Der Mercedes 300 SL war zwar ein nicht ganz so häufig produziertes Modell, legte aber den Grundstein für noch folgende Rennsport-Modelle.

Während Mercedes auf schnelle und leichte Autos setze,  entwickelte BMW mit dem Model 501 den sogenannten Barockengel, der seinen Namen seiner besonders ausladenden Form verdankt. Obwohl es als „sportlich und bequem“ beworben wurde, fand das Modell wegen seines hohen Preises nur wenige Käufer. Dagegen konnte BMW mit seinem Kleinstwagen-Modell „Isetta“ beim Mittelstand punkten.

1950 wurde das erste Nachkriegsauto der Auto-Union (ein Zusammenschluss von Audi, DKW, Horch und Wanderer) auf den Markt gebracht: Der DKW F89. Die Karosserie war aerodynamisch geschnitten und traf damit den sportlichen Nerv der Bevölkerung.

Nicht ganz so windschnittig, aber dennoch sehr beliebtes Statussymbol der Oberklassefahrer war der Opel Kapitän. Die Ingenieure setzten bei ihm auf die typisch amerikanische Karosserie des Mutterkonzerns General Motors mit Haifischmaul-Kühlergrill und konnten sich damit von der deutschen Konkurrenz abheben. Da die Strategie aufging, setzte man sie beim Opel Olympia Rekord (dem Nachfolger des Opel Olympia) fort. Auch bei diesem wurde viel Chrom und einer wuchtigen Form verarbeitet.

Fiat eroberte zunächst mit seinem „Mäuschen“ dem Fiat 500 C „Topolino“ im amerikanischen Stil die deutschen Straßen bevor der legendäre Fiat Nuova 500 vom gebaut wurde. Dieser war zwar der Nachfolger des „Topolino“, hatte aber keinerlei technische Gemeinsamkeiten mit diesem.

Neben „Käfer“ und „Mäuschen“ fand ab 1949 noch ein anderes motorisiertes Tier seinen Weg auf deutsche Straßen: Die Citroën 2CV „Ente“. Sie war das französische Pendant des Käfers: ein bodenständiges Auto für die Massen. Doch mit dem ab 1955 produzierten DS bewies Citroën, dass sie auch anders können. Der DS war das elegante Modell der französischen Automarke und bis 1975 produziert.

Heute kaum noch bekannt, damals dafür umso beliebter war die Isabella von Borgward. Sie galt von 1954 bis 1962 als DIE Schönheit der deutschen Mittelklassewagen traf durch ihre elegante, aber weite ausladende Karosserie form im leicht amerikanischen Stil absolut den Geschmack des Publikums.

Noch ein heute in Vergessenheit geratener Automobilhersteller war Lloyd (ein Ableger von Borgward). Mit dem Lloyd LP 300 kam neben Käfer, Ente und der Knutschkugel ein weiteres Model für Arbeiter und kleine Angestellte auf den Markt. Mit seiner Sperrholz-Karosserie, die mit Blechteilen und Kunstleder bespannt war, war er kostengünstiger in der Produktion. Das Kunstleder, welches vom Material dem von Heftpflastern ähnlich war, verhalf dem LP 300 zu seinem Spitznamen „Leukoplastbomber“.