Die Geschichte des Automobils im 19. Jahrhundert

Der Siegeszug des Autos begann bereits kurz nach seiner „Geburt“ im 19. Jahrhundert. Damals war allerdings der Hubkolbenmotor die bevorzugte Motorart und bekam erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts von dem Benzinautomobil  den Rang abgelaufen.

Am Anfang war die Skepsis

Doch wurden die Automobile damals nicht direkt so geschätzt und begehrt, wie man vielleicht annehmen möchte, so dass der Erfinder Carl Benz in den ersten sechs Jahren gerade mal 25 seiner Automobile verkauft. Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass sie als neue Erfindung noch sehr teuer waren, sowohl in der Anschaffung, als auch im Betrieb. Und das zu einer Zeit, in Tankstellen und Werkstätten bei weitem nicht so verbreitet waren wie heute und auch das Straßennetz mit dem heutigen bei weitem nicht zu vergleichen ist.

Die Franzosen treiben den Automobilentwicklung voran

Sein größter Konkurrent Gottlieb Daimler setzt bei der Herstellung seiner Motorkutschen auf seine neue Motoren-Konstruktion und kann erheblich dazu beitragen, dass Bekanntheit und Verbreitung des schnelllaufenden Einzylinders zunimmt.  Daimler verkauft viele seiner Produktionen nach Frankreich, wo das Automobil großen Anklang findet und stark weiterentwickelt wird. So ist es kein Wunder, dass es vor allem die Franzosen waren, die entscheidend zu der Weiterentwicklung der Automobile beigetragen haben. Bald schon wurden die französischen Modelle, Dank ihrer Raffinesse zum Baumuster für Automobil-Hersteller auf der ganzen Welt.

Aus Fortbewegung wird Sport

Mit dem ersten Autorennen (1894, Paris-Rouen) werden Autos nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern auch als sportliches Gerät erkannt. Bis 1883 gab man dem Dampfantrieb den Vorzug, doch als Gottlieb Daimler auf der Pariser Weltausstellung seinen relativ hochtourigen V-Zweizylinder präsentiert, beginnt der Siegeszug der Benzinmotoren. Diese machen allerdings furchtbar Lärm und stinken, sodass sich der deutsche Kaiser Wilhelm II. zunächst weigert, auf diese „Stinkekarren“ umzusatteln („Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“)

Doch mit der Weiterentwicklung der Technik, werden können sowohl Lärm- als auch Geruchsbelästigung stark gemindert werden und die Karosserienbauer verfeinern ihr Handwerk soweit, dass bald spezielle Wünsche der Kunden umgesetzt werden können. Limousinen, offene Tourer und spritzige Sportwagen mit bis zu 100 km/h können bald gebaut werden.

Das Auto erobert die Straßen und das in so großem Umfang und so rasant, dass der Saat bereits 1906 die Kfz-Steuer einführt.